Symptome der Akromegalie

Typische Symptome bei Akromegalie

Was ist die Folge von zu viel Wachstumshormon?

Als Erwachsener können wir nicht mehr in der Länge wachsen, da unsere Wachstumsfugen mit Abschluss der Pubertät geschlossen werden – unsere Körpergröße an sich nimmt unter dem Einfluss von Wachstumshormon nicht mehr zu. Es kann jedoch zu einer Verdickung der Knochen, von Weichteilen und auch der inneren Organe kommen.

Was sind die ersten Anzeichen für eine Akromegalie?

Eines der ersten Zeichen von zu viel Wachstumshormon beim Erwachsenen ist deshalb oft eine teigige Veränderung der Haut im Bereich von Gesicht, Händen und Füßen, mit Schwellungen der Handflächen und Fußsohlen. Häufig ist auch eine vermehrte Schweißbildung, verbunden mit einem unangenehmen Körpergeruch. Viele Patienten berichten darüber, dass sie schnarchen, was sie früher nicht getan haben. Typisch bei Akro­megalie ist eine Ver­größerung der Füße und Hände.

Wie entwickeln sich die Veränderungen weiter?

Insgesamt entwickeln sich die Veränderungen sehr langsam und bei jedem Patienten in unterschiedlichem Umfang. Es kommt zu deutlichen Veränderungen im Gesichtsbereich. Die Augenbrauen stehen hervor, Jochbogen und Wangenknochen wirken betont. Die Lippen und die Nasenfalten können verdickt sein, die Zunge ist vergrößert. Im Bereich des Unterkiefers können Veränderungen entstehen, die häufig Zahnlücken oder einen Fehlbiss nach sich ziehen. Die Hände und die Füße nehmen an Größe zu, Finger und Zehen wirken verbreitert. In der Praxis merken viele Patienten, dass z. B. Ringe enger sitzen und zum Teil gar nicht mehr abgelegt werden können, feine Handarbeiten viel schwerer fallen oder Handschuhe bzw. Schuhe nicht mehr passen.

Patientenzitat
„Es fing an mit Gelenkschmerzen – insbesondere an den Knien und Füßen. Zwei Jahre später hatte ich an beiden Seiten Karpaltunnel-Operationen. Dann folgten OPs am Hallux und an den Zehen. Im gleichen Jahr musste die Gebärmutter entfernt werden, weil sie riesengroß wurde und auf die Blase und den Darm drückte. Meine Schuhe passten nicht mehr und ich musste mir die Ringe vergrößern lassen. In der Zeit ging es mir nicht gut – ich merkte, dass ich mich stark veränderte. Als mich eines Tages sogar meine Cousine nicht mehr in der Stadt erkannte, wusste ich, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Und ich konnte nicht glauben, dass es Rheuma sein sollte.“
Frau E.M.*, 57 Jahre

Sind die äußerlichen Veränderungen die einzige Folge?

Die Ausschüttung von zu viel Wachstumshormon führt nicht nur äußerlich zu Veränderungen. Auch im übrigen Körper gerät einiges durcheinander. Der erhöhte Spiegel des Wachstumshormons kann sowohl den Zuckerstoffwechsel als auch den Fettstoffwechsel beeinflussen. Darüber hinaus sind allgemeine Beschwerden wie rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche häufig. Die möglichen Gelenkveränderungen können schmerzhaft sein und zu Arthrose führen. Eine Vergrößerung der Schilddrüse („Kropf“) ist ebenfalls sehr häufig. Auch eine Vergrößerung der Prostata (Prostata-Hyperplasie) sowie gutartige Tumoren innerhalb des Muskelgewebes der Gebärmutter (Uterus-Myome) können vorkommen. Viele Patienten entwickeln einen erhöhten Blutdruck, es kann zu Herzkreislauferkrankungen oder zur Entwicklung eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kommen.

Gerade größere Tumoren können auf die gesunde Hirnanhangsdrüse drücken und deren Funktion stören. Das hat Nachteile für das Funktionieren der Schilddrüse und der Nebennieren, denn auch die werden über die Hirnanhangsdrüse gesteuert. Darüber hinaus können die Steuerung der Geschlechtshormone und damit die Funktion der Eierstöcke bzw. der Hoden beeinträchtigt sein. Bei Frauen führt das zu Zyklusstörungen und bei Männern zur Impotenz, bei Frauen und Männern zu einer Abnahme des sexuellen Lustempfindens (sog. Libidostörungen). Größere Tumoren können neben der Hirnanhangsdrüse an sich auch andere Gewebe verdrängen und schädigen. Bei größerer Ausdehnung des Tumors nach oben droht so eine Beeinträchtigung der Sehnerven. Dies zeigt sich z.B. durch Sehstörungen mit Ausfall der seitlichen Gesichtsfelder (sog. Scheuklappenblindheit). Auch bei den häufig vorhandenen Kopfschmerzen geht man davon aus, dass sie durch den Tumor an sich entstehen.

Patientenzitat
„Eines der ersten Anzeichen bei mir war das Schwitzen – zu der Zeit stand ich aber noch in onkologischer Nachbetreuung wegen des Hodgkin-Lymphoms und die Ärzte taten es damit ab. Dann gab es aber erste Anzeichen von Milchfluss aus der Brust. Zyklusunregelmäßigkeiten hatte ich auch schon länger, das klappte bei mir noch nie.“
Frau F. E.*, 54 Jahre

Patientenzitat
"Vielleicht hätte man bei mir aufgrund meiner Symptome schon viel früher auf die Akromegalie kommen können. Zum einen hatte ich seit zweieinhalb Jahren Probleme mit dem Atmen. Meine Frau sagte, dass ich nachts Aussetzer hätte – ich würde schnarchen und dann minutenlang nicht atmen. Gleichzeitig – über die letzten fünf Jahre – hatte ich immer mal wieder Probleme mit dem Karpaltunnel. Daraufhin war ich beim Neurologen, der eine Beeinträchtigung feststellte, die aber nicht so schlimm sei, dass man hätte operieren müssen. Außerdem hatte ich einen Diabetes mellitus – und ich habe schon gemerkt, dass sich meine Hände und Füße veränderten, aber ich hätte nie gedacht, dass das etwas mit einer Erkrankung zu tun hat. „Mensch, hast du große Hände“ – solche Kommentare kamen schon öfter, aber ich dachte, dass das von der Arbeit kommt. Ich habe schon immer gerne und viel an Haus und Garten gearbeitet. Und als die Schuhe gedrückt haben, dachte ich, dass ich einfach bequemere Schuhe brauche. Dass die Füße gewachsen sind, darauf bin ich nie gekommen. Tatsache ist aber, dass ich damals Größe 44 hatte und jetzt 46 trage. Auch der Ehering, der passte schon lange nicht mehr – das war aber ein Prozess, der sich bestimmt über 20 Jahre hinweggezogen hat.“
Herr W. L.*, 61 Jahre

* Namen sind der Redaktion bekannt.

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